Auf der Oberstufe sollten…

… nun pro Jahrgang je ein A-Buch (Erweiterte Anforderungen) und ein B-Buch (Grundanforderungen) erscheinen. Mit den B-Büchern war ich nun in meinem Element, entsprachen sie doch in etwa dem Niveau der Real- und Oberschule. Da mein Autorenpartner sich aber kurz vor dem Beginn der Arbeit an Band 9B das Leben nahm, musste ich dieses Buch, wie auch das dazugehörende Begleitheft alleine erarbeiten. Eine ziemlich grosse Aufgabe angesichts des Umstandes, dass ich für diese Arbeit weder beurlaubt wurde, noch irgendwelche Stunden reduzieren konnte.
Auch diese Bände, die in den Neunzigerjahren erschienen, hatten mit all ihrem Begleitmaterial grossen Erfolg. Trotz der grossen Akzeptanz dieses revidierten Schweizer Sprachbuchs befasste man sich schon Ende des letzten Jahrhunderts wieder mit einer Überarbeitung.

Die Schweizer Sprachbücher der zweiten Generation aus den Neunzigerjahren  
Zu jedem Band des überarbeiteten Sprachwerks ‘Sprache zur Sache‘ aus dem Anfang des 3. Jahrtausends – hier die Bände 5 bis 9, an welchen ich mitgearbeitet habe – gehören noch umfangreiche Zusatzmaterialien, wie ein Arbeitsheft, ein didaktischer Kommentar, ein Lernzielheft und eine CD.

Dabei stand nicht mehr das sprachdidaktische Ziel im Vordergrund, sondern die Arbeit an einem Sachthema. Das inzwischen auf fünf Teile angewachsene themenzentrierte Lehrmittel ‘Sprache zur Sache‘ – es enthält neben dem Sprachbuch, dem Arbeitsheft und dem didaktischen Kommentar nun auch noch ein Lernzielheft und eine CD mit weiteren umfangreichen Arbeitsmaterialien – stellte uns Autoren vor neue Herausforderungen.
Leider trat das Sprachwerk, das 2007 abgeschlossen werden konnte, in eine ungünstige Phase. Schon während der Erarbeitung stiegen die Autoren reihenweise aus, so dass ich als Troubleshooter und Mann mit der inzwischen grössten Erfahrung neben den Bänden 7 bis 9 auch noch an vorderster Front an den Bänden 5 und 6 mitwirken musste. Dazu kamen Harmonisierungsbestrebungen in der Schweizer Schullandschaft (Harmos), die dazu führten, dass die Schulverwaltungen in der Anschaffung neuer Lehrmittel äusserst zurückhaltend wurden. Als dann der sabe-Verlag noch beinahe Konkurs ging und vom deutschen Verlag Cornelsen aufgekauft wurde, schienen die Stunden dieses teuren und aufwändigen Lehrwerks gezählt. Mittlerweile wurde ich aber von den deutschen Herren des Cornelsen-Verlags als Promotor des Schweizer Sprachbuchs an diversen Informationsveranstaltungen von Weinfelden (TG) über Düdingen (FR) bis St. Moritz (GR) eingesetzt.
Gegen Ende der Siebzigerjahre holte mich die verlorene Schreiblust aus meiner Kindheit wieder ein. Ich merkte je länger, je mehr, dass ich ‘es‘ eigentlich konnte und mir die Texte immer zügiger von der Feder flossen. Schon während meiner Zeit auf der Erziehungsdirektion betreute ich während acht Jahren die so genannten ‘AVO-Mitteilungen‘ als verantwortlicher Redaktor, schrieb Beiträge in diverse Zeitungen, und als wir dann 1982 in die Chriesmatt in Dübendorf zogen – eine grössere Überbauung mit 200 Familien – stellte ich dort eine ‘Chriesmattzeitung‘ auf die Beine, ein vierteljährlich erscheinendes Blatt mit vielen Beiträgen, Spiel- und Rätselseiten. So ähnlich wie eine ‘Hauszeitung‘ in fortgeschrittenem Alter. Richtig der Plausch, so mal einfach von der Leber weg zu schreiben und sich über alle Einwände mokieren zu dürfen. Ich machte die Arbeit ja freiwillig und auf die Kosten von niemandem.

Die Arbeit an der ‘Chriesmattzeitung‘, 1983 – 1986, weckte wieder meine Schreiblust.

Als mich 1988, nach dem Umzug nach Brüttisellen, der dortige Präsident des Kulturvereins anfragte, ob ich nicht Lust hätte, ein Neujahrsblatt herauszugeben, sagte ich sofort zu. Endlich mal eine grössere Aufgabe, die der Allgemeinheit zugutekommt, mich nichts kostet und ich schalten und walten kann, wie ich will, da die Arbeit ehrenamtlich geleistet wird. Schon am Neuzuzügerabend, an dem Geneviève und ich von der Gemeinde eingeladen wurden, konnte ich die erste Nummer eines ‘Neujahrsblattes für Wangen-Brüttisellen‘ mit dem Thema ‘Post‘ vorlegen. Wahrscheinlich eher selten, dass ein Neuzuzüger in einer Gemeinde schon während seiner Begrüssung mit einem Werk auffährt, das den Alteingesessen ihre Gemeinde näher bringt.