Im Laufe meines Lebens…

… ist nun eine ellenlange Liste von Büchern entstanden, an welchen ich mitgewirkt oder die ich allein geschrieben habe, insgesamt bald 150, davon 66 als alleiniger Autor. Aber, und das machte mir je länger, je mehr zu schaffen, alles Bücher im Bereich Sachtexte, seien sie biologischer, psychologischer oder historischer Natur. Eigene Gedanken kamen darin nur ganz marginal zum Zuge, ich lebte vor allem von den Gedanken anderer oder von Geschehnissen, über die ich berichten konnte. So lag es auf der Hand, dass es mich gelüstete, nun endlich auch einmal etwas zu schreiben, in dem ich meinen eigenen Gedanken freien Lauf lassen konnte. Etwas philosophischer Natur, eine Herausforderung für mich ohnegleichen.
2009 kam eine Broschüre mit dem sonderbaren Titel ‘Lässt sich mit einem Kartoffelschäler eine Flasche entkorken?‘ im Eigenverlag heraus. Es geht um die Unzulänglichkeit des menschlichen Geistes bei der Frage nach dem Geheimnis Gottes. Der Tsunami 2004 in Thailand mit über 250‘000 Toten hatte mein ‘Sonntagsschulbild Gottes‘ ins Wanken gebracht und mich dazu bewogen, mein Gottesbild zu überprüfen. Ich führte Interviews mit Fachleuten (Atheisten, Klerikern, Jesuiten, Evangelikalen usw.), abonnierte religionskritische Zeitschriften und las unzählige Fachbücher zum Thema. Das kleine Werk, das ich in einer Auflage von 60 Stück an Interessierte verteilte, fand grossen Anklang und gab Anlass zu vielen Diskussionen. Es musste nachgedruckt werden.

Der Erfolg mit meinem ersten ‘philosophischen‘ Werklein gab mir den Mut, mich an eine Nachfolgebroschüre ‘Wenn eine kleine Schraube denken könnte, würde sie glauben, ihr Schöpfer sei eine ganz grosse Schraube‘ zu machen. In dieser überprüfte ich mein neu gewonnenes Gottesbild anhand der Aussagen bekannter Philosophen und Theologen. Auch diese Schrift fand grossen Anklang, so dass ich jetzt an einer dritten Broschüre dieser Reihe arbeite ‘Der Christbaum in der chemischen Reinigung‘. Insgeheim erfüllt es mich mit Stolz, dass es mir gelungen ist, als kleiner ‘Büchleinmacher‘ von ehedem, doch noch etwas zustande zu bringen, das Hände und Füsse hat. Füsse allerdings nur beschränkt, denn das Werklein verzichtet auf Fussnoten, beschreibt es doch meine eigenen Gedanken.
Das Jahr 2009 scheint ein Höhepunkt meiner Schreibtätigkeit zu sein. Allerdings hatte ich – ausserhalb der Mittelschulzeit – eigentlich gar nie richtig schreiben gelernt. Das bewog mich 2009, mich für einen Schreibkurs der Erwachsenenbildung Wallisellen anzumelden. Ich war gespannt, was ich da lernen würde. Und siehe da, dank meiner jahrelangen Tätigkeit im Verfassen von Sprachbüchern lernte ich nichts Neues, dafür wurde ich zum Verfassen von Kurzgeschichten motiviert. Für jedes Lebensjahr eine. Die im Kurs verfassten 10 Kurzgeschichten aus meinem Leben bewogen mich, nach Kursende weiter zu schreiben und es tatsächlich auf 364 Geschichten, so viele wie Tage im Jahr, zu bringen. Zusammen mit unzähligen Fotos war eine Art Memoiren geboren mit dem sinnigen Titel ‘Grimms wahre Märchen‘.

Unten meine zwei Broschüren zur Frage des Gottesbildes ‘Lässt sich mit einem Kartoffelschäler eine Flasche entkorken?‘ und ‘Wenn eine kleine Schraube denken könnte, würde sie glauben, ihr Schöpfer sei eine ganz grosse Schraube‘. Oben meine Memoiren ‘Grimms wahre Märchen‘, welche zu meinem 75. Geburtstag 2009 erschienen.